Die Hochwassergefahr in Köln

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Köln ist eine der Städte, die regelmäßig von Hochwasser bedroht werden. Gerade im Frühjahr, wenn der Schnee in den Alpen taut und die Nebenflüsse mit Wasser füllt, klettert auch der Pegel des Rheins in die Höhe. Dies wiederum lässt das Grundwasser ansteigen, was vor allem eine Gefahr für die tiefliegenden Stadtteile bedeutet.

 

 

Pegelstände und hochwassergefährdete Gebiete von Köln
Der normale Wasserstand des Rheins beträgt 3,48 Meter. Bereits ab etwa 4,50 Meter spricht man über eine mögliche Hochwassergefahr. Ab 6 Meter stehen tatsächlich die ersten Parkplätze und Straßen nahe dem Ufer unter Wasser. Der Schiffsverkehr funktioniert nur noch eingeschränkt und wird ab 8,30 Meter ganz eingestellt. Der Stadtteil Kasselberg wird bei diesem Pegelstand vom Hochwasser eingeschlossen und ist nur noch mittels des Fährdienstes zu erreichen. Ab 10 Meter muss die Sperrung des Rheinufertunnels erfolgen. Steigt das Wasser über 11,30 Meter ist schließlich die Überflutung der Altstadt nicht mehr aufzuhalten.

Als schlimmste Hochwasser des vorherigen Jahrhunderts gelten die der Jahre 1926, 1993 und 1995. Hierbei wurde jeweils die 10-Meter-Marke überschritten und somit der Katastrophenalarm ausgelöst.

Hochwasser

Hochwasser in Köln im Jahr 1995

Gefahr droht jedoch nicht nur durch die Fluten des Rheins. Auch das Grundwasser kann nur noch verlangsamt in Richtung des Flusses abfließen. Stau entsteht und ein hoher Druck baut sich auf, der im schlechtesten Fall dazu führen kann, dass Kellerwände und Böden aufbrechen. Diese Folge des Hochwassers tritt beispielsweise im Auenviertel, in der Weißer Hauptstraße, der Grüngürtelstraße und in Teilen von Hochkirchen und Immendorf auf.

 

 

Schutz und Vorsichtsmaßnahmen gegen das Hochwasser
Inzwischen hat man allerdings gelernt, mit der Hochwassergefahr umzugehen und die Stadt besser zu schützen. In den letzten Jahren wurden millionenschwere Eurobeträge in die Sanierung oder den Neubau von Deichen, Hochwasserschutzmauern und beweglichen Schutzwänden gesteckt. Damit soll selbst ein 100-jähriges Rekord-Hochwasser der Stadt nichts mehr anhaben können. Auch ein qualifizierteres Hochwasser- und Katastrophenmanagement soll entstehende Gefahren möglichst geringhalten und Chaos verhindern.

Die Bewohner aus den gefährdeten Stadtteilen haben dazu die Möglichkeit, sich an die Hochwasserschutzzentrale Köln zu wenden. Hier werden die häufigsten Fragen und wichtigsten Vorkehrungen erläutert. Über den Anrufbeantworter der Nummer (02 21) 2 21 – 2 61 61 erfährt man außerdem den aktuellen Wasserstand und die neusten Vorhersagen. Ausführliche Informationen, ob das eigene Zuhause in Gefahr ist, erhält man im Internet auf der Seite www.hochwasserinfo-koeln.de.

Pumpwerk

Pumpwerk in der Schönhauser Straße

Das Pumpwerk in der Schönhauser Straße zeigt dazu von weitem den Wasserstand des Rheins an, und das auch im Dunkeln. Leuchtet das Gebäude blau, ist der Pegel niedrig, während bei einer grünen Beleuchtung ein durchschnittliches Niveau angezeigt wird. Erst bei einer roten Farbe ist eine Hochwassergefahr gegeben.

Bei direkter Bedrohung durch Hochwasser informieren Lautsprecherdurchsagen die Anwohner in den betroffenen Stadtteilen, so dass niemand wichtige News verpasst.

Köln ist also nach wie vor vom Hochwasser bedroht. Allerdings sind die Auswirkungen nicht mehr so verheerend, da die Schutzmaßnahmen erhöht und die Menschen für die Gefahren sensibilisiert wurden.